Celestial
zeitenwandel

ich frage mich, wann aus mir die geworden ist, die jetzt hier sitzt.

wann ist aus kartn - die, die immer über alles übel der welt lacht, die ihre probleme in witze packt, vor kichern nach luft schnappt und freudentränen lacht, die niemals sprachlos ist weder über sich selbst noch über das vermeidliche übel was ihr geschiet ...

wann ist aus der kartn die geworden, die vor einer knappen stunde weinend durchs treppenhaus purzelte, fast die treppe herunterfiel, die keine luft mehr bekam vor lauter niedergeschlagenheit, der nun - nach 8 stunden maske tragen und zähne zusammenbeißen, im wahrsten sinne des wortes, - der kiefer schmerzt und die zähne am liebsten gezogen werden wollen.

ich würde mich so gerne freuen über diese neue arbeit, die ich alleine fand, die ich ohne vitamin b bekam, weil ich als mensch überzeugte. doch stattdessen hasse ich es. die menschen, denen ich als neue kollegin egal bin, die keine gespräche beginnen und keine gegenfragen stellen, die einen aufstand machen, weil ich 5 minuten zu spät komme, statt entspannt zu sagen "weisst du, wenn der bus so komisch fährt, komm n paar minuten später und bleib dafür länger", die meinen humor nicht verstehen, die starr auf bildschirme glotzen.

es sollte doch einfach sein, begeisterung mit sich bringen, ich sollte mich freuen, gerne dort hingehen, gespannt und neugierig sein. stattdessen quäle ich mich 8,5 stunden angespannt durch zähflüssigen schlick. beschreibe dinge von denen ich keinen schimmer habe und keine adequaten erklärungen finde, stoße auf genervtheit, wenn ich fragen stelle und auf desinteresse wenn ich kontakte knüpfen will.

ich will schlichtweg nicht, dass mein leben ein kampf ist. ich will nicht das gefühl haben nach feierabend einen tag lang wieder und wieder auf ein korallenriff geschlagen zu sein.

doch gleichzeitig sagt irgendetwas ecklig erwachsenes in mir, dass das doch vielleicht nur die anfangsschwierigkeiten sind, ich nur etwas zeit brauche, einfach pünktlich kommen muss und den anderen menschen etwas zeit geben sollte.

doch das genügt nicht. denn gleichzeitig ohrfeigt mich etwas anderes und sagt, "wärst du bloß im callcenter geblieben - dort waren wenigstens die menschen toll"

innerlich versucht ein kleiner igel gegen den strom zu schwimmen wärend er sich gleichzeitig einkullert und ertrinkt.
8.2.12 18:35


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